Warum verschwinden wichtigste Bürger-Projekte in der Warteschleife, während ein 5-Hektar-Investorenprojekt im Eiltempo vorangetrieben wird?
Liebe Poggersdorferinnen und Poggersdorfer!
Wir haben uns durch die offiziellen Gemeinderatsprotokolle der Jahre 2022 bis Ende 2025 durchgearbeitet. Dabei ist uns eines ganz besonders positiv aufgefallen:
Wir haben in Poggersdorf hochengagierte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte in beiden Fraktionen, die sich wirklich Gedanken machen und hervorragende Anträge für unser aller Wohl einbringen!
Egal, ob es um ein dringend benötigtes Primärversorgungszentrum (PVZ), um leistbaren Wohnbau für junge Familien, Lärmschutz an der A2 oder um Betreutes Wohnen für unsere Senioren geht – die Lösungen für ein lebenswertes Poggersdorf liegen durch diese Mandatare längst auf dem Tisch.
Doch was passiert mit diesen zukunftsweisenden Anträgen?
Sie werden fast immer in nicht-öffentliche Ausschüsse oder den Vorstand „zugewiesen“ – und stecken dort oft jahrelang in der Warteschleife fest. Das beste Beispiel ist unsere Volksschule: Ende 2022 wurde einstimmig beschlossen, dass mit der Realisierung eines Neubaus „noch 2023“ begonnen werden kann. Mitte 2024 hieß es plötzlich, man müsse erst wieder Masterpläne „evaluieren“. Gebaut ist bis heute nichts.
Die Begründung, warum für uns Bürger so vieles auf die lange Bank geschoben wird, ist kein Geheimnis: Die Gemeindekassen sind erschöpft.
Unsere Recherchen in den Kontrollausschuss-Berichten zeigen dramatische Zahlen: Der Kontostand der Gemeinde stürzte von einem satten Plus im Jahr 2022 tief ins Minus ab (teilweise über 325.000 Euro im Minus!). Für das Jahr 2026 musste der Überziehungsrahmen (Kontokorrentrahmen) sogar auf 2,4 Millionen Euro erhöht werden.
Und genau hier beginnt unser Unverständnis:
Während für die drängendsten Anliegen unserer Familien und Senioren offenbar das Geld fehlt und Anträge verstauben, stehen bei einem privaten Millionenprojekt die Signale auf Grün. Ohne öffentliche Diskussion mit uns Bürgern laufen die Vorprüfungen für den 50.000 m² großen „Pogger's Park“ mitten in der Natur!
Wir fragen euch ganz ehrlich:
Wie passt das zusammen? Wenn Poggersdorf den Überziehungsrahmen auf 2,4 Millionen Euro ausreizen muss und wichtige Infrastruktur für die Bürger warten muss – wie kann man dann die Umwidmung für einen gigantischen Event-Park auf der grünen Wiese derart priorisieren?
Wir sagen: Zuerst kommen die Menschen in Poggersdorf, unsere Kinder, Familien und Senioren – und nicht die Prestigeprojekte einzelner Investoren!
Weitere Informationen:
FAKTEN aus den offiziellen Gemeinderatsprotokollen (2022 - 2025):
Damit sich jede Bürgerin und jeder Bürger selbst ein Bild machen kann, haben wir die öffentlich zugänglichen Niederschriften im Detail gelesen. Hier sind die belegbaren Fakten:
1. Gute Ideen unserer Mandatare – verschoben & blockiert:
- Volksschule Poggersdorf: Am 21.12.2022 wurde beschlossen, den Neubau so voranzutreiben, dass „noch 2023 begonnen werden kann“. Ein Jahr später (20.12.2023) wurde der Baubeginn auf Frühjahr 2025 verschoben. Am 28.08.2024 hieß es plötzlich, man müsse nun den „Masterplan 2017 evaluieren“. Bis heute gibt es keinen Neubau.
- Leistbarer Wohnbau & Lärmschutz: Am 22.03.2024 forderte VzBgm. Hajek mit ihrem Team verstärkten leistbaren Wohnbau (Smart-Wohnungen) sowie massive Lärmschutzmaßnahmen an der A2 (Unterflurtrassen). Beide Anträge wurden dem Vorstand zugewiesen und sind seither in der Warteschleife.
- Ärztezentrum (PVZ) & Seniorenwohnen: Schon im Oktober 2023 forderte der gesamte Gemeinderat ein Ärztezentrum. Weil nichts passierte, musste VzBgm. Sucher am 28.05.2025 erneut Anträge für ein Primärversorgungszentrum sowie für "Betreutes Wohnen" einbringen. Wieder wurden sie in den Bauausschuss verschoben.
Der amtliche Beweis für den Rückstau: Am 20.12.2023 hielt der stellvertretende Kontrollausschussobmann im Gemeinderat offiziell fest, „dass in den Gemeinderatssitzungen laufend selbstständige Anträge eingebracht werden, welche einer Abarbeitung bedürfen.“
2. Der drastische Absturz der Gemeindekasse (Berichte des Kontrollausschusses):
• Kassen-Istbestand am 01.08.2022: + 1.376.585,00 Euro
• Kassen-Istbestand am 11.12.2023: + 85.445,95 Euro
• Kassen-Istbestand am 16.12.2024: MINUS 325.382,75 Euro
• Kassen-Istbestand am 17.12.2025: MINUS 163.994,04 Euro
Die Folge: Die Gemeinde musste den Überziehungsrahmen (Kontokorrentrahmen) massiv erhöhen. Von 1,3 Mio. € im Jahr 2023, auf 1,6 Mio. € (2024), dann 2,3 Mio. € (2025) und für das Jahr 2026 sogar auf 2.400.000,00 Euro!
Unser Fazit:
Wir fordern die Gemeindeführung auf, die hervorragenden Anträge unserer Mandatare für Familien, Senioren und Gesundheit endlich abzuarbeiten, statt die knappen Ressourcen der Gemeindeentscheidungsträger in ein 5 Hektar großes Investorenprojekt im Grünland zu stecken!
Unterstützt bitte unsere Forderung nach echter Transparenz und vernünftiger Gemeindepolitik.
Euer Team der Initiative lebenswertes Poggersdorf
Kommentar hinzufügen
Kommentare